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11. High-Tech-Arm ermöglicht präzise Schmerztherapie
Anwendung bei Tumoren und chronischen Schmerzen

Heidelberg (pte/22.02.2006/17:15) - Die Abteilung Medizinische Physik in der Radiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) http://www.dkfz.de hat das europaweit erste Assistenzsystem in der Magnetresonanztomografie (MRT) in Betrieb genommen. Das Gerät besteht aus einem mit Druckluft angetriebenen Arm, der an der Patientenliege angebracht ist und in der engen Röhre des MRT minimal invasive Eingriffe präzise durchführen kann. "Das Assistenzsystem Innomotion kann ein Instrument halten und zielgenau ausrichten und unterstützt so den behandelnden Arzt", erklärt Michael Bock, Leiter der Arbeitsgruppe Interventionelle Verfahren des DKFZ, im Gespräch mit pressetext. Die Behandlung direkt im MRT bietet den Vorteil, dass der Arzt anhand der MRT-Schnittbilder den Eingriff genau planen kann und eine ständige Bildkontrolle des Vorgehens hat. Das MRT kommt im Gegensatz zum Computertomographen ohne Röntgenstrahlung aus. www.d-medico.de - Ihre Arztsuche

"Zunächst soll das System bei der lokalen Schmerztherapie eingesetzt werden", erklärt Bock. Dabei wird eine dünne Kanüle durch die Haut gestochen, welche die Schmerzmitteldepots direkt zum Organ bringt und sie an die Nervenknoten setzt. Diese Methode ist besonders für die Schmerzbehandlung bei Tumoren und die Therapie chronischer Schmerzen interessant. Den Patienten bleibt dadurch eine medikamentöse Schmerztherapie mit Morphinen erspart. Mittelfristig soll das System gezielt an weitere onkologische Anwendungen wie die Behandlung von Lebermetastasen angepasst und auch bei Gewebeentnahmen eingesetzt werden. "Für Operationen kann das Assistenzsystem grundsätzlich auch verwendet werden, dies ist jedoch eine sehr teure Angelegenheit", erläutert Bock. "Das Problem hierbei ist, dass die Instrumente wegen des MRT nicht magnetisch sein dürfen."

An dem Assistenzsystem arbeiten die Wissenschaftler bereits seit sechs Jahren, berichtet Michael Bock. Zusammen mit der Heidelberger Universitätsklinik für Anästhesiologie hat Bock´s Arbeitsgruppe den High-Tech-Arm bereits im Tierversuch getestet. Die Studien mit Patienten laufen am DKFZ nun an, Auslieferungen des Systems an andere Kliniken in Deutschland und den USA sind bereits geplant. Zur Zeit arbeiten die Wissenschaftler des DKFZ an neuen Technologien für die Instrumentenverfolgung, die es dem behandelnden Arzt ermöglichen sollen, allein durch die Bewegung des Assistenzsystems sowohl das Instrument als auch die Bildgebung steuern zu können.

Das Assistenzsystem wurde von der Firma Innomedic in Herxheim zusammen mit dem Forschungszentrum Karlsruhe und dem Radiologen Andreas Melzer von der Fachhochschule Gelsenkirchen entwickelt. "Das DKFZ ist von Anfang an beteiligt und war schon bei den Materialtests mit dabei", so Michael Bock.

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12. Neue Methode zur Entschlüsselung des Zucker-Codes
Wechselwirkungen enthüllen medizinische Wirksamkeit

Braunschweig (pte/23.02.2006/06:05) - Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig http://www.tu-braunschweig.de haben eine Methode entwickelt, dem komplexen Wirken von Kohlenhydraten auf die Spur zu kommen und Zuckerverbindungen aufzubauen. Dazu hat ein Forscherteam um Jürgen Seibel ein Werkzeug entworfen und hergestellt, das als Sensor dient, um Wechselwirkungen zwischen Kohlenhydraten und bakteriellen Giften, Viren oder sogar Tumorzellen zu entdecken. Ihr Verfahren veröffentlichen die Wissenschaftler derzeit im Fachmagazin ChemBioChem http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/72510898.
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"Glycochip" nennen die Forscher ihr Werkzeug, dessen Oberfläche mit Hilfe von Transferase-Enzymen mit einer Kohlenhydratschicht überzogen wird. "Der Chip funktioniert wie ein Auslese-Raster", erklärt Jürgen Seibel, Nachwuchsgruppenleiter am Institut für Technische Chemie der TU Braunschweig, im Gespräch mit pressetext. Wenn ein Zucker mit einem anderen Molekül, beispielsweise einem Bakteriengift, in Wechselwirkung tritt, können die Forscher das an fluoreszierendem Leuchten sehen.

"Das Besondere an unserer Entwicklung ist, dass hergestellte Kohlenhydrate mit spezifischen Eigenschaften identifiziert werden können", führt der Wissenschaftler aus. Daraus könnten neuartige Wirkstoffe zur Bekämpfung von Infektionskrankeiten oder bei der Wundheilung entstehen. "Zuckerverbindungen zu kennen und ihre Interaktion mit anderen Molekülen zu verstehen ist enorm wichtig", betont Seibel. Schließlich sind etwa 80 Prozent der
Zelloberflächen von Zucker bedeckt, die dort eine Vielzahl anderer Stoffe erkennen, Signale weiterleiten und mit anderen Zellen kommunizieren.

Überdies kann mit dem Chip im kleinen Format bereits innerhalb von einigen Stunden gezielt Zucker aufgebaut werden, was auf anderem Wege bis zu einem Jahr dauern kann. Jetzt ist es möglich, schnelle Rückschlüsse auf den Zucker-Code und damit auch auf ihren medizinischen Einsatz zu ziehen.

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13. Roboterchirurgie passt sich dem Herzschlag an
Öffnung des Brustkorbes nicht mehr erforderlich

London (pte/23.02.2006/09:15) - Wissenschafter des Imperial College London http://www.ic.ac.uk haben ein Verfahren entwickelt, dass Operationsrobotern ermöglicht dem Herzschlag entsprechend zu arbeiten. Normalerweise erfordert eine Bypass-Operation, dass das Herz ruhig gestellt und das Blut mittels einer Pumpe in einen künstlichen Kreislauf umgeleitet wird. Dafür muss das Herz geöffnet und das Blut durch eine Maschine durchgeschleust werden. Jetzt wurde eine Software entwickelt, die die Bewegungen der Operationsinstrumente des Roboters mit dem Schlagen des Herzens synchronisiert. Details der von George Mylonas und Rajesh Aggarwal entwickelten Software wurden auf der Medical Devices Technology Conference in Birmingham der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Software kommt mit dem Op-Robotersystem "Da Vinci" zur Anwendung und nutzt ein Endoskop mit zwei Kameras die Bilder vom Herzen liefert. Damit wird dem Chirurgen ermöglicht, bei geschlossenem Brustkorb zu operieren. Die Software bildet laut New Scientist das Herz nach und schafft ein 3D-Bild, das für den Chirurgen feststehend erscheint. Gleichzeitig verfolgt die Software das Schlagen des Herzens und instruiert die Roboterinstrumente sich den Bewegungen des Herzens anzupassen. Bisher wurde die Software mit einem robotischen Arm ausschließlich an künstlichen Herzen aus Silikon getestet. Experten wie Belinda Linden von der British Heart Foundation http://www.bhf.org.uk begrüßten laut BBC die Entwicklung dieses neuen Verfahrens. Weitere Forschungen seien jedoch erforderlich, um die Einsatzmöglichkeiten in einem weiteren Rahmen zu untersuchen.

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14. Haut aus der Sprühdose
Neues Eigenhaut-Verfahren schließt Hautwunden schöner

Baierbrunn/München (pts/23.02.2006/10:00) - Eine auf frische Wunden gesprühte Lösung mit eigenen Haut-Keimzellen (Basalzellen) lässt oberflächliche Hautwunden schöner heilen, als dies bisher mit Hauttransplantationen gelang. Bei der in Australien entwickelten Methode werden laut einem Bericht des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau aus einem frisch entnommenen, millimeterdünnem Hautstück Basalzellen gewonnen und unmittelbar zur Sprühlösung verarbeitet. Auf der Wunde entwickeln sie sich zu Zellen mit unterschiedlicher Funktion, zum Beispiel Oberhaut-, Immun- und Pigmentzellen. Die neue Haut heilt glatt, narbenarm und ohne Farbveränderungen.
Aber auch die Selbstheilungskräfte werden angeregt, sagt Privatdozent Dr. Ernst Magnus Noah, Rotes-Kreuz-Krankenhaus in Kassel, der mit der neuen Methode bereits Erfahrungen sammeln konnte: "Es ist, als würden sie die Zellen, die eine Verletzung überlebt haben, daran erinnern, sich zu vermehren." Die mögliche Behandlungsfläche ist etwa 80-mal größer als das zur Gewinnung benötigte Hautstückchen.

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News-Archiv

1. Rauchen in der Schwangerschaft erhöht auch Asthmarisiko der Enkel
Risiko bei Kindern unter fünf Jahren verdoppelt

Los Angeles (pte/12.04.2005/09:15) - Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, gefährden nicht nur die Gesundheit ihres Kindes. Sie können dadurch auch bei ihren Enkeln Asthma auslösen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Southern California gekommen. Ein Kind, dessen Großmutter mütterlicherseits während dieses Zeitraums rauchte, kann ein doppelt so hohes Risiko einer frühen Asthmaerkrankung haben wie Enkel deren Großmütter nie rauchten. Dieses Risiko bleibt auch bestehen, wenn die Mutter des Kindes nie geraucht hat. Mit dieser Studie wurde laut NewScientist erstmals nachgewiesen, dass das Rauchen schädigende Auswirkungen auf spätere Generationen haben kann. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass der Tabakkonsum verändert, welche Gene in den sich vermehrenden Zellen des Fötus aktiviert werden. Dadurch komme es zu Veränderungen, die an die kommenden Generationen vererbt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Chest http://www.chestjournal.org veröffentlicht.

Das Team um Frank Gilliland von der Keck School of Medicine http://www.usc.edu/schools/medicine/ksom.html interviewte die Eltern von 338 Kindern, die im Alter von fünf Jahren an Asthma litten, und eine Kontrollgruppe von 570 gesunden Kindern. Es zeigte sich, dass Kinder deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten 1,5 Mal eher an Asthma erkrankten als Kinder von Nichtraucherinnen. Kinder, deren Großmütter während der Schwangerschaft rauchten, verfügten durchschnittlich über ein 2,1 Mal höheres Risiko. Auch wenn die Mutter nicht rauchte, war das Risiko 1,8 Mal so hoch. Bei Kindern, deren Mutter und Großmutter während der Schwangerschaft rauchten, erhöhte sich das Risiko um das 2,6-fache.

Gilliland nimmt an, dass die generationsübergreifenden Auswirkungen des Rauchens darauf hinweisen, dass die im Tabak enthaltenen Chemikalien einen zweifachen Effekt haben: Die unreifen Eizellen des weiblichen Fötus werden direkt geschädigt und zusätzlich werden Teile der fötalen Zellen in Mitleidenschaft gezogen, die bestimmen welche Gene exprimiert werden. Der epigenetische Effekt könnte zu einer Veränderung im Immunsystem der Kinder führen, die ihrerseits die Anfälligkeit für Asthma erhöhen könnte. Obwohl man epigenetische Veränderungen nicht direkt erforscht habe, handle es sich dabei um einen Mechanismus, der die Ergebnisse der Studie erklären könnte. Der Genetiker Marcus Pembrey von der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) http://www.alspac.bris.ac.uk bezweifelte die Plausibilität einer epigenetischen Erklärung. Da der Effekt über die mütterliche Linie weiter gegeben wurde, hält er andere Faktoren wie die Weitergabe von Stresshormonen, Metaboliten oder Immunzellen an den Fötus für wahrscheinlicher.

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2. Feinstaub vergiftet auch die Böden
Grundwassergefährdung nicht auszuschließen

Tübingen (pte/12.04.2005/10:56) - Das immer größer werdende Problem mit der Feinstaub-Belastung hat auch eine Komponente, die bisher weitgehend unberührt geblieben ist: Die feinen Partikel tragen nämlich zur Anreicherung von Schadstoffen im Boden bei, wie Wissenschaftler der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de festgestellt haben.

Den Russpartikeln, die zum Beispiel mit den Abgasen von Dieselmotoren in die Luft geblasen werden, haften neben zahlreichen anderen Schadstoffen auch die so genannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs) an, unter denen viele Verbindungen als Krebs erzeugend gelten. Tilman Gocht, Peter Grathwohl und Johannes Barth vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen haben nun untersucht, was passiert, wenn die Rußpartikel aus der Luft in die Böden gelangen. Bisher konnten die gefährlichen PAKs praktisch nicht im Grundwasser gefunden werden. Doch da die PAKs kaum abgebaut werden, reichern sie sich schleichend in den Böden an. Noch ist unklar, ob davon eine Gefahr ausgeht.

"PAKs sind die Schadstoffe, die in der Umwelt in der höchsten Konzentration vorkommen. Erst danach kommen Quecksilber und Dioxine", so die Wissenschaftler. Zu diesen Stoffen gehören rund 200 verschiedene Verbindungen, von denen meist 16 bis 20 typische Vertreter, darunter auch stark karzinogene, untersucht werden. In der Struktur ihrer Moleküle sind bis zu neun Kohlenstoffringe zu finden. Je mehr Ringe, desto schwerer sind sie abbaubar. Die Forscher gehen davon aus, dass die Rußpartikel mit den anhängenden Schadstoffen größtenteils aus dem Straßenverkehr stammen. Sie befürchten auch, dass die Kapazität des Bodens irgendwann erschöpft sein könnte und die Stoffe dann in kürzerer Zeit ausgewaschen werden würden. Ähnliche Phänomene konnten die Geowissenschaftler etwa bei der Versauerung von Gewässern feststellen. "Ein halbes Jahrhundert lang scheint es nicht viel auszumachen und plötzlich - in ein oder zwei Jahren - kippt das System um", so Grathwohl. "Bei solch komplexen Systemen kann es Dominoeffekte geben, die wir jetzt vielleicht noch gar nicht kennen." Als problematisch sehen die Wissenschaftler auch die flächendeckende Verteilung der Rußpartikel mit den anhängenden Schadstoffen an.

Die Untersuchungen sind zum Teil in das große EU-Umweltforschungsprojekt "AquaTerra" http://www.eu-aquaterra.de eingebunden, das 45 Kooperationspartner in 12 EU-Ländern umfasst und vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften (ZAG) und der Attempto der Universität Tübingen geleitet wird. Die Forscher wollen als Teil des "AquaTerra"-Projektes klären, was langfristig mit den Schadstoffen im Boden passiert.

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3. Bessere Warnung vor gefährlichen Arzneimittelcocktails
Nahrungsmittel und Medikamente vertragen sich oft nicht

London (pte/12.04.2005/12:15) - Mediziner sollten sich genau über deren Ernährungsgewohnheiten informieren, ehe sie ihren Patienten Arzneimittel verschreiben. Mehr als 200 Arzneimittel können giftig oder weniger effektiv werden, wenn sie mit gewissen Lebensmitteln in Verbindung kommen. Als besonderes Beispiel nennen die Wissenschaftler der britischen Food Standards Agency http://www.food.gov.uk in einem Bericht Grapefruit-Juice. Dieser kann bei einigen Präparaten zu heftigen Reaktionen führen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Besonders gefährdet sind demnach Patienten, die bis zu zehn verschiedene Medikamente täglich verabreicht bekommen. Damit steigt das Risikopotenzial immens an, berichtet das unabhängige Committee on Toxicity. Als Beispiele führen die Experten die unerwünschte Nebenwirkung eines Versagens oraler Verhütungsmittel bei der Gabe von Johanniskraut an. Der Gerinnungshemmer Warfarin reagiert mit Preiselbeeren. Wissenschaftler fürchten auch, dass ein Bestandteil in der Sojasauce zu unerwünschten Nebenwirkungen beim Brustkrebsmedikament Tamoxifen führen kann.

Die meisten Menschen müssen sich allerdings kaum bei ihrer Diät umstellen, wenn sie Medikamente einnehmen, so das Schlussstatement des Berichts. Die meisten Wechselwirkungen wie etwa die verminderte Wirkung von Antibiotika bei gleichzeitigem Genuss von Milchprodukten sowie das Aussetzen der Wirkung von oralen Verhütungsmitteln bei der Einnahme von Antibiotika, sind auf den meisten Gebrauchsanweisungen der Medikamente beschrieben. Die Experten raten daher dringend, vor dem Einnehmen von Arzneimitteln die Gebrauchsinformationen genau zu lesen.

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4. Bessere Heilungschancen der Lungenfibrose
Hemmung eines Signalmoleküls vermindert Ausprägung der Erkrankung

Heidelberg (pte/12.04.2005/14:45) - Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums http://www.dkfz.de haben entdeckt, dass die spezifische Hemmung des Signalmoleküls PDGF die Ausprägung der strahleninduzierten Lungenfibrose stark vermindern kann. Bei der Lungenfibrose, einer oftmals tödlich verlaufenden Erkrankung, wird das Atmungsorgan zunehmend von Bindegewebe durchsetzt und verhärtet. Die Atmung wird immer mehr eingeschränkt. Die Krankheit kann spontan auftreten oder als gefürchtete Begleiterscheinung einer Strahlen- oder Chemotherapie von Lungenkrebs entstehen.

Die Forscher um Amir Abdollahi und Peter Huber zeigten, dass Zellen auf Bestrahlung mit der Ausschüttung des Wachstumsfaktors PDGF reagieren. PDGF bindet und aktiviert ein Rezeptormolekül auf der Oberfläche von Bindegewebszellen, die dadurch zum Wachstum angeregt werden und so die Bildung einer Fibrose einleiten. Die Wissenschaftler haben daraufhin geprüft, ob Substanzen aus der Gruppe der so genannten Kinase-Inhibitoren die Aktivierung des PDGF-Rezeptors verhindern und damit den Prozess der Fibrosebildung aufhalten können.

Im Tierversuch mit Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass diese Therapie wirksam war.
"Das ermutigt uns, die Kinase-Inhibitoren auch bei Patienten in der Strahlentherapie zu prüfen", so Huber. Häufig verhindert die drohende Gefahr einer Lungenfibrose, dass Tumore mit einer ausreichend hohen Strahlendosis behandelt werden können. Mit der neuen Therapie könnte es möglich sein, den Tumor mit der erforderlichen Dosis zu bestrahlen und so die Heilungschancen von Krebspatienten zu verbessern. Die Wissenschaftler glauben, dass es auch bei spontan entstehenden Fibrosen einen Einsatzbereich der Medikamente geben könnte, räumen aber gleichzeitig ein, dass eine bereits bestehende Fibrose nicht rückgängig gemacht werden kann.

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5. Neues Testverfahren für Krebsdiagnose
Optical Stretcher liefert 1000-fach präzisere Diagnose als Mikroskope

Warwick (pte/12.04.2005/15:30) - Ein neues Testverfahren, das ermittelt wie dehnbar Zellen sind, könnte zu einer Revolutionierung der derzeitigen Krebserkennung führen. Ein Laptop-großes Gerät kann bereits anhand eines geringen Samples von nur 50 Zellen eine Krebsdiagnose ermöglichen und erspart somit den Patienten die bisher aufwendige Entnahme von Gewebe. Darüber hinaus verspricht das neue Gerät eine tausendfach präzisere Diagnose als derzeitige traditionelle Tests. Diese Ergebnisse wurden von einem Forscherteam der Universität Leipzig http://www.uni-leipzig.de auf dem derzeit in Warwick stattfindenden Physikerkongress http://www.physics2005.iop.org/ präsentiert.

"Von all den physikalischen Eigenheiten einer Zelle, ist die Elastizität jene Eigenschaft, welche die deutlichsten Unterschiede zwischen gesunden und krebskranken Zellen aufweist. Denn Krebszellen sind viel elastischer als gesunde Zellen", erklärt Studienleiter Josef Kas. Die neue Methode basiert auf einer speziellen Lasertechnik, bei der jede einzelne Zelle der Untersuchungsprobe anhand eines speziellen unfokussierten Laserstrahls analysiert wird, ohne dass diese beschädigt werden. Dazu benötigen die Forscher nur eine Probe von 50 Tumorzellen, die in dem so genannten "Optical Stretcher" untersucht werden. Im Vergleich dazu wurden für die bisherige mikroskopische Untersuchung bis zu 100.000 Tumorzellen entnommen.

"Der Vorteil der neuen Technik liegt vor allem darin, dass es möglich sein wird den Krebs zu identifizieren, noch bevor er sich auf andere Teile des Körpers ausbreitet", erläutert Kas. Denn normalerweise überprüfen die Ärzte die Ausbreitung eines Krebsgeschwürs, indem sie in anderen Teilen des Körpers nach Metastasen suchen. Diese Diagnose ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich und kann und je nach Ort des Geschwürs sehr schwierig sein. Mit Hilfe des Optical Stretchers wird es möglich sein, die erkrankten Zellen durch die Benutzung feiner Nadeln zu entnehmen, um sie anschließend zu analysieren. "Zurzeit ist es jedoch noch verfrüht über die Entwicklung eines Geräts zu sprechen, welches die heutige mikroskopische Krebs-Screenigtechnik ersetzt kann. Denn bis zur endgültigen Entwicklung eines klinisch praktikablen Geräts muss noch sehr viel Forschungsarbeit geleistet werden", resümieren die Experten.

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6. Handys erhöhen das Risiko eines Gehirntumors nicht
Interphone Studie sammelt Ergebnisse aus 13 Ländern

Kopenhagen (pte/12.04.2005/15:50) - Wissenschafter der Danish Cancer Registry haben nachgewiesen, dass das Telefonieren mit Handys das Risiko eines Gehirntumors nicht erhöht. An der Studie nahmen mehr als 1.000 Personen teil. Die Autoren argumentieren, dass Langzeituntersuchungen noch immer erforderlich sind, da negative Auswirkungen in dem kurzen bisherigen Beobachtungszeitraum nicht ausgeschlossen werden können. Sie empfehlen den Einsatz von Hands-Free-Kits, um die Strahlungsbelastung des Gehirns zu verringern. Die Ergebnisse der so genannten Interphone Studie wurden in Neurology http://www.neurology.org veröffentlicht. Michael Clark von der Health Protection Agency http://www.hpa.org.uk erklärte laut BBC, dass die Interphone Studie ähnliche Untersuchungen aus 13 Ländern versammle, die unter Umständen gemeinsam analysiert werden. Die Ergebnisse von weiteren 12 Studien sollen in den nächsten 18 Monaten vorliegen.

Das Team um Christoffer Johansen untersuchte als Teil einer paneuropäischen Untersuchung die Sicherheit von Handys. Die Wissenschafter befragten 427 Patienten mit Gehirntumoren und 822 gesunde Teilnehmer zu ihrer Handynutzung. Zusätzlich wurden die Telefonrechnungen einiger Teilnehmer auf die Richtigkeit der Angaben hin überprüft. Die an Gehirntumoren Erkrankten hatten weder länger noch häufiger mit dem Handy telefoniert. Laut Johansen sei für endgültige Schlussfolgerungen die Einbeziehung von Langzeitergebnissen und starken Telefonnutzern erforderlich. "In unserer Studie gaben nur wenige Personen an, dass sie seit zehn oder mehr Jahren regelmäßig mit dem Handy telefonierten. Aus diesem Grund kennen wir nur einen Teil der Geschichte."

7. Osteoporose-Therapie wird oft aus Unwissen abgebrochen
Kommunikationslücken brechen europäischen Frauen die Knochen

Nyon, Schweiz (pte/09.06.2005/07:30) - Gravierende Mängel bringt eine in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Großbritannien durchgeführte Pan-Europäische Studie zum Thema Osteoporose ans Tageslicht.
osteoperose

Denn in 85 Prozent der untersuchten Fälle wird auf Grund eines Kommunikationsproblems zwischen Arzt und Patient die Behandlung von Osteoporose zu früh eingestellt. Besonders viele Frauen sind sich zwar der Schwere der Erkrankung bewusst, nehmen aber dennoch keine Medikamente ein, da ihnen die Vorteile der medikamentösen Therapie nicht klar sind. Dadurch riskieren sie nicht nur Knochenbrüche und ein höheres Sterberisiko, sondern leiden auch unter möglichen Folgeschäden wie Immobilität und Unabhängigkeitsverlust. Das sind die Ergebnisse einer Studie der International Osteoporosis Foundation (IOF) http://www.osteofound.org.

An der Untersuchung, die im Zeitraum von Januar bis April 2005 stattgefunden hat, haben europaweit 500 Praktiker und 500 Osteoporose-Patienten teilgenommen. Derzeit wird von den Ärzten bei einer Osteoporoseerkrankung am häufigsten eine Bisphosphonat-Behandlung begonnen. Diese sollte laut Angaben der Ärzte (60 Prozent) durchschnittlich drei bis fünf Jahre dauern. Doch 51 Prozent der Patienten erklären, nie darüber aufgeklärt worden zu sein, wie lange sie die Osteoporose-Therapie durchführen müssen. 34 Prozent der befragten Patienten geben an, dass sie entweder nicht wussten, was diese Tabletten bewirkten oder fälschlicherweise annahmen, dass sie keinerlei Wirkung haben. Zwar wussten neun von zehn Betroffenen, dass es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt, doch wurde von den Ärzten berichtet, dass sie beobachten können, wie 85 Prozent der Patienten die Therapie abbrechen.

Bei 75 Prozent der Betroffenen führt vor allem die Bewusstmachung der positiven Effekte einer Behandlung zur Fortsetzung der Therapie."Die Ergebnisse der Studie machen den Handlungsbedarf bei der Verbesserung der Osteoporose-Behandlung sichtbar. Die Ursachen für das Missmanagement liegen klar in einem Kommunikationsdefizit zwischen Arzt und Patient. Besonders Ärzte sollten darum verstärkt dahingehend sensibilisiert werden, dass sie während der Konsultation mehr auf die Patienten eingehen", erklärte IOF-Geschäftsführer Daniel Navid.

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8. Gemischte Pornos machen Spermien mobiler
Sexueller Wettkampf erhöht die Fruchtbarkeit

Perth (pte/09.06.2005/08:45) - Pornographie, die Männer und Frauen beim Sex zeigt, wirkt beim starken Geschlecht offensichtlich heftiger als Darstellungen, in denen nur Frauen vorkommen. Zu diesem überraschenden Ergebnis sind Wissenschaftler der University of Western Australia in Perth. porno

Die wahrscheinlichste Ursache für diese Tatsache liegt nach Ansicht der Forscher in einer Art "Wettkampf um den besten Paarungspartner", berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com.

Die Forscher gehen davon aus, dass bessere und fruchtbarere Spermien erzeugt werden, wenn Männer Frauen mit anderen Männern betrachten, berichtet Studienleiter Leigh Simmons. Kliniken, die Samenproben von Männern untersuchen oder in denen Samen zur Befruchtung genommen werden, sollten in Zukunft auf diese Ergebnisse reagieren. Negativ wirken auf die Spermienqualität auch in der Hosentasche getragene Handys und erhöhter Alkoholkonsum. Für das Studienergebnis wurden Männer vor der Samenprobe nach ihren Lebensumständen, Zigaretten- und Alkoholkonsum befragt. Offensichtlich war, dass mobile Telefone, am Gürtel oder in der Hosentasche getragen, die Mobilität der Spermien deutlich einschränkten.

Das Forscherteam um Simmons und Sarah Kigallon untersuchte 52 heterosexuelle Männer, denen explizite pornografische Bilder mit verschiedenen Personen gezeigt wurden: Einerseits waren es zwei Männer und eine Frau, andererseits waren es Bilder von drei Frauen. Die Zahl der Spermien war in allen untersuchten Fällen nicht signifikant abweichend. Abweichend war allerdings die Spermienqualität. Unter Bezugnahme der Lebensfaktoren wurde deutlich, dass es deutliche Unterschiede in der Beweglichkeit der Spermien - ein Maß für die Fruchtbarkeit - gab, wenn die Betrachter das gemischte Paar sahen.

Weitere Untersuchungen über die Auswirkung von mobilen Telefonen auf die Spermien sollen folgen. Andere Experten wie Tim Birkhead von der University of Sheffield wollen die Untersuchung mit mehreren Probanden ausweiten. Theoretiker wie Robin Baker haben schon zuvor festgestellt, dass die Fruchtbarkeit durch eine Art "Wettstreit um den Sexpartner" gesteigert wird. Wenn die Darstellungen authentisch sind und der Zuseher glaubt, dass er an der Szene mitwirkt, hat das Auswirkungen auf die Samenqualität.

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9. Neuer Verdächtiger für die Entstehung von Krebs

Erstmals Beweise für die Bedeutung der miRNAs erbracht

New York/Boston/Baltimore (pte/09.06.2005/09:15) - Winzige Bereiche der RNA, die bis vor fünf Jahren als genetischer Schutt abgetan wurden, scheinen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krebs zu spielen. "MikroRNA" Moleküle, die keine Informationen für die Produktion von Proteinen enthalten, erscheinen jetzt als entscheidende Genschalter für die Regulierung der Entwicklung des Embryos und der Zellreproduktion.

krebsDrei in dem Fachmagazin Nature http://www.nature.com/nature veröffentlichte Studien liefern die bisher klarsten Beweise, dass die Fehlanordnung von MikroRNAs die Entstehung von Krebs auslösen kann.

Das Team um Gregory Hannon vom Cold Spring Harbor Laboratory http://www.cshl.edu berichtet von der Entdeckung einer Anhäufung von Mikro-RNAs, die als Onkogen Blutkrebs bei Mäusen auszulösen scheint. Das Team um Todd Golub vom Dana-Farber Cancer Institute http://www.dfci.harvard.edu wies bei kanzerösen und gesunden Proben menschlichen Gewebes nach, das jede Art menschlichen Krebses über einen unverwechselbaren "Fingerabdruck" von miRNAs verfügt. Diese Entdeckung könnte eine bessere Diagnose von Krebserkrankungen ermöglichen. Kanzeröses Gewebe enthielt außerdem normalerweise weniger miRNA als gesundes. Das legt nahe, das miRNA für das Stoppen der Entstehung kanzeröser Zellen entscheidend sein könnte

Joshua Mendell hat gemeinsam mit seinen Kollegen von Johns Hopkins University School of Medicine http://www.hopkinsmedicine.org festgestellt, dass miRNAs helfen c-Myc zu regulieren. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Onkogen, dessen Fehlfunktion bei 15 Prozent der menschlichen Krebserkrankungen eine Rolle spielt. Bisher hätten sich die Hinweise ohne klare Beweise gehäuft, erklärte Sam Griffiths-Jones vom Wellcome Trust Sanger Institute. Der Kurator eines weltweiten miRNA Verzeichnisses betonte, dass die geprüften miRNAs alle eine entscheidende Rolle bei der Zellentwicklung oder dem Metabolismus spielten. Daher sei es laut NewScienstist keine wirkliche Überraschung, dass eine Fehlfunktion kanzeröse Vorgänge auslösen könne.

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10. HIV und Ebola Viren zur Behandlung von Mukoviszidose
Erste Tests mit Affen erfolgreich abgeschlossen

Philadelphia (pte/09.06.2005/13:15) - Mukoviszidose soll durch Elemente der beiden potenziell tödlichen Viren HIV und Ebola behandelbar werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Pennsylvania http://www.upenn.edu gekommen.

hivDie Viren werden dazu eingesetzt, eine gesunde Version des bei Mukoviszidose geschädigten Gens direkt in die Lungenzellen zu transportieren. Tests mit Affen waren laut dem Team um Gary Kobinger erfolgreich. Der Umstand, dass Mukoviszidose durch die Mutation eines einzelnen Gens verursacht wird, wurde 1989 erkannt. Seit diesem Zeitpunkt wurde nach einer Möglichkeit der Beseitigung dieser Schädigung geforscht.

Die Wissenschafter kombinierten ein Protein von der Oberfläche des Ebolavirus, das auf die Lungenzellen abzielt, mit einem Teil des HIV Virus, der leicht Gene in den genetischen Aufbau von Zellen einfügt. Eine gesunde Kopie des CFTR Gens wurde in der Folge zwischen diesen beiden Komponenten eingefügt. Erste Tests zeigten, dass das Hybrid-Virus sehr wirksam ist. Bei Mäusen war das Testgen nach zwei Monaten in 24 Prozent der Atemwegszellen aktiv. Bei Affen war das Gen nach zwei Monaten in 21 Prozent der Lungenzellen aktiv. Weitere Tests werden derzeit durchgeführt. Kein Viruselement sollte in der Lage sein, eine Erkrankung zu verursachen. Im unwahrscheinlichen Fall einer Infektion würde das Virus laut NewScientist wie HIV aussehen. Wenn es in das Blut gelangte, würde es sich nicht so effektiv wie das normale Virus vermehren. Es könnte jedoch sein, dass die Patienten Auswirkungen spüren. Die größte Gefahr besteht laut NewScientist darin, dass die Ansteckung eines Patienten mit HIV zu einer neuen Virenkombination führen könnte.

Steve Hyde von der University of Oxford http://www.ox.ac.uk erklärte laut BBC, dass auf die Lunge abzielende Therapieansätze schwierig durchzuführen seien, da der Körper über umfangreiche Abwehrmechanismen verfüge. Der neue Ansatz sei sicher wirksam. Ähnliche Studien hätten gezeigt, dass der Körper rasch lerne, sich gegen das fremde Virus zu verteidigen. "Der Körper bildet Antikörper. Der Therapieansatz funktioniert beim ersten Mal. Es besteht jedoch keine Garantie, dass das auch beim zweiten Mal oder bei weiteren Versuchen so bleibt." Bedenken bestünden auch, da diese Virentherapie zu der gleichen Klasse gehöre wie jene, die Kindern mit einer Störung des Immunsystems verabreicht worden war. Bei dieser französischen Studie wurde versehentlich ein Krebs verursachendes Gen aktiviert.

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