Wissenswertes zur Gründung einer Stiftung

Wissenswertes zur Gründung einer Stiftung

Es gibt zahlreiche Gründe eine Stiftung zu gründen – meist hegen Stifter den Wunsch, etwas Gutes damit zu tun. So werden von Personen oft gemeinnützige Stiftungen gegründet. Auch öffentliche Institutionen, Verbände und Unternehmen wollen in der Regel mit der Gründung einer Stiftung das Allgemeinwohl fördern, allerdings spielt hier der Marketingeffekt ebenso eine Rolle.

Weitere Informationen zum Thema haben wir im folgenden Artikel für Sie zusammengefasst.

Erforderliche Schritte, um eine Stiftung zu gründen

Ist die Rechtsform geeignet?

Ob eine Stiftung die geeignete Rechtsform für Sie darstellt, sollten Sie im Vorfeld der Gründung gut recherchieren. Informieren Sie sich am besten bei einem Fachmann für Stiftungsrecht. Hier erfahren Sie auch, welche Art von Stiftung auch steuerrechtlich zu Ihnen passt.

Zeitpunkt der Stiftungsgründung und Vermögensübertragung planen

Der Zeitpunkt einer Stiftungsgründung muss gut gewählt sein. Stifter sollten zudem nicht direkt das gesamte Vermögen aus der Hand geben. Wird erst nur ein Teil übertragen, spricht man vom sogenannten Anstiften. Im Zuge einer Stiftungsgründung muss nämlich Vermögen an die Stiftung übertragen werden. Das geschieht durch das Stiftungsgeschäft. Die konkrete Vermögenssituation des Stifters sollte hierbei im Blick behalten werden.

Die Stiftungssatzung gestalten

Das ist einer der wichtigsten Schritte im Rahmen einer Stiftungsgründung, da sich der Stiftungssatz im Nachhinein nur noch in Ausnahmefällen ändern lässt. Verlassen Sie sich nie auf Satzungsmuster, die im Internet angeboten werden. Die beste Stiftung ist zum Scheitern verurteilt, wenn man nach Jahren feststellen muss, dass die eigene Satzung zu starr konstruiert wurde und sich nicht an veränderte Umstände anpassen lässt. Lassen Sie sich in jedem Fall Zeit für Ihre Satzung.

Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht

Dieser Punkt folgt direkt im Anschluss an das Aufsetzen der Satzung und dürfte in den meisten Fällen (bei einer sorgfältig gestalteten Satzung) nur eine bloße Formalität sein. Manchmal kann die Abstimmung auch länger dauern, wenn es sich beispielsweise um komplexe Stiftungsgründungen oder um Stiftungen mit sehr geringem Stiftungsvermögen handelt. Generell sollen an diesem Punkt die Vorstellungen des Stifters weitgehend durchgesetzt werden.

Hinweis: Für Treuhandstiftungen ist keine Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde nötig.

Absprache mit dem Finanzamt

Wieder handelt es sich um eine reine Formsache, jedoch darf sie nicht fehlen oder vergessen werden, da sonst später steuerliche Probleme mit dem Finanzamt drohen können. Das gilt vor allem bei gemeinnützigen Stiftungen. Sie sind in der Regel vom Gesetz her steuerlich privilegiert. Eine Stiftung gründen zur Steueroptimierung dürfte sich rechnen, da hierbei Zuwendungen – im siebenstelligen Bereich – von der Steuer als Sonderausgaben abgesetzt werden können.

Anerkennung durch die Stiftungsaufsichtsbehörde – der Startschuss Ihrer Stiftung

Sobald die Stiftungsbehörde Ihre Stiftung anerkannt hat, ist sie rechtlich gültig. Die Gründung ist somit abgeschlossen und die Stiftung kann ihre Arbeit aufnehmen.

Kosten einer Stiftungsgründung

Natürlich spielen die Kosten einer Gründung ebenfalls eine Rolle. Wie hoch die Kosten ausfallen, kann nicht pauschal beantwortet werden – es kommt immer auf den Einzelfall an. Beispielsweise kostet die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung, mit einem ausreichenden Geldbetrag in bar, weit weniger, als die Stiftungsgründung mit wenig ertragreichen Immobilienvermögen. Das liegt u. a. daran, dass die Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht im ersten Fall schneller abläuft und somit auch günstiger ist.

Ggf. kann es für Unternehmer sinnvoll sein, gleich zwei Stiftungen zu gründen (Doppelstiftungsmodell). Hierbei ist der Aufwand der Gründung zwar größer und meist auch teurer, jedoch kann dieses Vorhaben enorme steuerliche Vorteile mit sich bringen.